Einen Ehevertrag abschließen: Was sollte beachtet werden?

Die eigene Hochzeit gehört für viele Menschen zu den prägendsten Ereignissen im Leben. Meist gehen der Traumfeier monatelange Vorbereitungen voraus. Von der Planung bis hin zum Verschicken der Einladung ist eine Menge Aufwand nötig. Oft wird vor lauter Vorfreude allerdings vergessen, sich in einer Ehe rechtlich abzusichern. Für viele Paare kann es sich daher lohnen, einen Ehevertrag abzuschließen.

Was ist ein Ehevertrag?

Es handelt sich hierbei um einen Vertrag, in dem zwei Eheleute sich für Ihre Ehe und eine eventuelle Scheidung rechtlich absichern.
Auch, wenn Eheverträge in aller Regel ohne das Hinzuwirken anwaltlicher Beratung geschlossen werden, kann sich die Lage im Einzelfall doch anders gestalten. Haben beispielsweise beide Parteien sehr unterschiedliche Interessen, können sie sich zum Beispiel bei einem Anwalt für Familienrecht beraten lassen. Manchmal konsultiert auch jeder Ehepartner seinen eigenen Anwalt. Zu beachten wäre hierbei in jedem Fall, dass eine zusätzliche Konsultation natürlich hohe Kosten verursacht.
Im Normalfall reicht die Beratung des beurkundenden Notars völlig aus. Dieser berücksichtigt die Interessen beider Parteien und setzt dann einen entsprechenden beglaubigten Vertrag auf.

Wann lohnt sich ein Ehevertrag?

Prinzipiell sollte ein Ehevertrag vor der Hochzeit abgeschlossen werden. So sind etwaige Formalitäten vor dem Eingehen der Ehe geklärt. Theoretisch ist eine Unterzeichnung aber auch dann noch möglich, wenn die betreffenden Eheleute bereits verheiratet sind.
Da Vertragsfreiheit gilt, kann in einem Ehevertrag natürlich immer genau das geregelt werden, was gewünscht ist. Meist bezieht er sich aber auf steuerliche und rechtliche Konsequenzen im Scheidungsfall. Vor der Hochzeit sollte sich also jeder erkundigen, welche Folgen eine Scheidung in der individuellen Situation hätte. Vor allem gut verdienende und wohlhabende Ehe-Anwärter können so eventuell hohe finanzielle Forderungen nach dem Ehe-Aus vermeiden.

Was steht drin im Ehevertrag?

Folgende Themen werden oft in Eheverträgen abgehandelt:
Gilt im Falle einer Scheidung ausländisches oder deutsches Recht?
Diese Frage ist für binationale Paare relevant, denn einige Staaten, wie zum Beispiel die USA, wenden im Falle einer Scheidung immer nur ihr eigenes Recht an. Geht es dann nach der Trennung beispielsweise um Unterhaltsfragen, kann die Gesetzgebung schon einmal anders als in Deutschland ausfallen. Es empfiehlt sich daher, von vornherein festzulegen, welches Recht gelten soll.

Diskrepanz-Ehe

Liegt eine Diskrepanz-Ehe vor, so hat ein Partner ein deutlich größeres Vermögen als der andere. Gerade die vermögendere Person möchte sich mit einem Ehevertrag eventuell gegen mögliche Forderungen nach der Trennung absichern. Die weniger vermögende Partei kann durch einen solchen Vertrag auch klarstellen, dass sie nicht heiratet, um dann nach einer Scheidung Geld zu kassieren.
Versorgungsausgleich und Zugewinnausgleich ausschließen
Versorgungs- und Zugewinnausgleich gelten, wenn kein Ehevertrag geschlossen wurde. Paare, die nach einer eventuellen Scheidung keine finanziellen Forderungen stellen möchten, können dies in einem Vertrag individuell festlegen. Diesbezüglich ist eine Vielzahl an Regelungen möglich.

Fazit

Ein Ehevertrag lohnt sich also vor allem dahingehend, die finanziellen Folgen einer Scheidung im Vorhinein zu regeln. Hierzu gehören auch mögliche Unterhaltsforderungen. Wer also ein großes Vermögen hat oder erwartet, eines anzuhäufen, sollte einen Ehevertrag aufsetzen und sich gegebenenfalls anwaltlich beraten lassen.